5 Finanz-Fehler, die ich beim zweiten Kind nicht mehr machen würde

Nach dem ersten Jahr mit dem ersten Kind kann man durchaus mal ein Resümee ziehen. Hab ich gemacht und 5 eklatante Fehler festgestellt, die ich so nicht mehr machen würde.

1. Vorher in Steuerklasse 3 wechseln

Äh ja, haben wir beim ersten Kind verpeilt. Ging dir auch so? Super, dann fühle ich mich damit nicht so allein mit dem schlechten Gewissen, das Elterngeld nicht bis ins letzte Tröpfchen ausgewrungen zu haben. Und ärgere mich trotzdem 🙈.

Aber warum auf Geld verzichten? Nach einem Kind ist man schon deutlich klüger. Also würde ich in der Planungsphase des 2. Kindes definitiv in die Steuerklasse 3 wechseln, um schließlich mehr Elterngeld für die Elternzeit raus zu holen.

Warum? Elterngeld wird anhand des Netto-Einkommens der letzten 12 Monate berechnet. Heißt, je mehr Netto du in diesen 12 Monaten hattest, umso mehr Elterngeld bekommst du auch raus. Natürlich nur bis zur Maximalgrenze von 1.800 Euro monatlich.

Noch ein Hinweis: Auch wenn du in Steuerklasse 3 deutlich mehr „netto vom brutto“ hast, leg die Differenz bitte unbedingt sicher zur Seite (Stichwort: Tagesgeld!). Du hast zwar im Monat mehr netto, wirst aber am Jahresende voraussichtlich auch mehr Steuern zahlen müssen.

Nie vergessen: Mit den Steuerklassen lassen sich Steueraufwände nicht wirklich minimieren, sondern lediglich verschieben.

2. Mich früher intensiv mit dem Elterngeld befassen

Ja, viel mehr kann ich dazu eigentlich nicht sagen. Ich habe mich schlichtweg zu spät damit beschäftigt, um wirklich noch „eingreifen“ zu können und war dann eigentlich nur von all den benötigten Unterlagen und Informationen überrumpelt.

Hinzu kam, dass die Berechnung des Elterngelds für Selbständige noch ein ganzes Stück anders ist als für Angestellte und ich leider auch feststellen musste, dass nicht jeder Mitarbeiter der Elterngeldstelle denn dann doch sehr gravierenden Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn kennt.

Nunja. Asche auf mein Haupt. Ich hätte mich damit einfach früher befassen müssen.

3. Verteilung des Kindergeldes vor der Geburt festlegen

Ähnlich wie es auch mit dem Elterngeld war, war es dann auch mit meinem Plan für das Kindergeld. Wir waren uns sehr früh einig, dass das Kindergeld geschenktes Geld ist, mit dem wir nicht von vornherein nicht kalkuliert haben.

Die Arbeitsagentur schreibt dazu auf ihrer Webseite:

„In Deutschland soll die grundlegende Versorgung von Kindern sichergestellt werden. Dafür gibt es Kindergeld. […]“

Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Okay. Wir hatten die Versorgung unseres Kindes auch ohne Kindergeld sichergestellt und so wollten wir das Kindergeld direkt dafür nutzen, um es für unser Kind zu sparen.

Warum sollte es irgendwo gammeln oder in den Alltagsausgaben versinken? Das ergab für uns keinen Sinn und so können wir das geschenkte Geld direkt anhäufen, um unser Kind in der Zukunft ein Stück weit abzusichern.

Die Idee war da. Der Plan auch. Nur die Umsetzung dauerte ein wenig. Wir waren dann doch etwas überrascht, wie anders der Alltag mit Säugling und Kleinkind ist und so sammelten wir das Kindergeld erst ein Jahr auf einem Tagesgeldkonto bis wir dann endlich dazu kamen, die Verteilung auf einige geeignete Geldanlagen (Tagesgeld, Festgeld, Depot) vorzunehmen.

4. Geschenke besser koordinieren

Echt geschockt hat uns der 1. Geburtstag unseres Kindes. Klar, als stolze Familie luden wir zu einem rauschenden Fest mit Freunden und Familie ein und verbrachten einen schönen Nachmittag.

Dass das Ganze in einem unendlichen Geschenkerausch enden würde, damit hätten wir nicht gerechnet. Klar, jeder möchte etwas mitbringen.

Zum 2. Geburtstag werden wir das aber definitiv besser organisieren.

Tipp für dich: Freunde und Familie können für maximal 3 Geschenke zusammenlegen. Und wenn Oma, Opa, Tanten und Patenonkel unbedingt noch mehr schenken wollen, dürfen sie das gern auf das Mini-Tagesgeldkonto überweisen. Von dort aus wird es dann in Fonds und Anlagen verteilt. Ehrlich gesagt, sind dort 20 Euro deutlich besser aufgehoben als wenn sie als ein Spielzeug unter tausenden in der Kiste schimmeln.

5. (Noch) mehr gebraucht oder gar nicht kaufen

Jaajaaa, man hatte uns bereits gewarnt: Dies braucht ihr nicht und das auch nicht. Okay, auf einiges ließen wir uns ein und beschränkten und auf wesentliches Baby-Equipment. Das aber kauften wir überwiegend neu.

Im Nachhinein: Blödsinn. Es gab dann doch einige Dinge, die es gebraucht definitiv auch getan hätten. Aber dieser Hormon-Zirkus samt Baby-Euphorie hatte uns voll im Griff.

Geärgert habe ich mich unter anderem über die Anschaffung einer neuen Wickelkommode, einer Babywiege oder der Babybadewanne, die wir genau 2 Mal benutzt haben.

Aber…hinterher ist man ja häufig klüger.

Wie sieht es bei dir aus? Würdest du heute auch ein paar Talerdinge beim nächsten Kind anders regeln? Ich freue mich auf deine Meinung in den Kommentaren.

Schreibe einen Kommentar