Konto fürs Baby – 3 mal clever sparen für den Nachwuchs

Braucht mein Baby ein Konto? Nö. Braucht es natürlich nicht. Was es braucht, ist Liebe, Wärme und Nahrung.

Aber: du als verantwortungsvoller und vorausschauender Elternteil brauchst ein Konto für dein Baby. Zumindest sowas ähnliches. Weil es ein echtes Babykonto in diesem Sinne ja nicht gibt.

Von mir erfährst du hier, warum so ein Konto fürs Baby Sinn macht, was du dabei beachten solltest, wofür du es brauchst und was dein Kind davon hat.

Übrigens: herzlich willkommen auf dieser Welt, kleiner Mensch ;-).

Konto fürs Baby vs. Sparbuch fürs Baby

Wahrscheinlich bist du gerade heilfroh, dass du dich schon erfolgreich durch die Berge an Babyzubehör gewühlt und ihr euer optimales Baby-Setup gefunden habt.

Kinderwagen, Badewanne, Flaschen, Schnuller, Baby Klamotten…da gibt es ja so einiges.

Und nun komme noch ich und sage dir: Du brauchst ein Konto für dein Baby.

What? Ja!

Wenn du etwas wirklich Sinnvolles tun willst, dann zücke dein Smartphone und schließe online jetzt und hier ein Konto für dein Baby ab.

Warum das Ganze?

Einfach erklärt. Sobald dein Kind zur Welt kommt, wirst du

  1. mit Nachfragen bombardiert, was ihr denn noch so gut gebrauchen könntet.
  2. Du wirst nicht immer eine Idee haben, was ihr gerade noch so gut gebrauchen könntet.
  3. Ihr werdet Kindergeld bekommen, mit dem du vorausschauend umgehen solltest.

Die Sache ist die: statt euch mit Geschenken zu überhäufen, die in 3, 6 oder 12 Monaten irgendwo im Schrank verstauben, habt ihr und euer Kind definitiv mehr von einer Rücklage, die sicher auf einem Konto liegt. Auf die könnt ihr zurückgreifen, wenn ihr eine bestimmte Anschaffung tatsächlich machen müsst.

Außerdem stehen eurem kleinen Menschen noch viele aufregende Dinge bevor: der Kindergarten (für den man alle Klamotten in doppelter Ausführung braucht), das erste Fahrrad, der Musikkurs, der Schwimmkurs, vielleicht Sport im Verein, Klassenfahrten während der Schulzeit, das Auslandsjahr nach der Schule, der Führerschein, die erste eigene Bude.

All das muss irgendwann auch bezahlt werden. Warum also nicht jetzt schon dafür etwas Geld zurücklegen. Und warum dazu nicht schon ganz einfach das Kindergeld nutzen?

Und warum nicht einfach Verwandte und Freunde lieber um einen kleinen Betrag für das Konto fürs Baby bitten statt sich etliche „Geschenkideen“ zum Geburtstag, zur Taufe oder zu Weihnachten aus den Fingern saugen zu müssen?

Konto fürs Baby / Babykonto für Geschenke und Sparraten

Diese Konten eignen sich für dein Baby

Ich aktualisiere diese Liste immer mal wieder. Wenn du noch einen guten Tipp hast, schreib ihn mir einfach in den Kommentarbereich. So haben alle was davon.

Die Vorteile eines Kontos fürs Baby liegen klar auf der Hand:

  • Kinderfinanzen sind getrennt von den Finanzen der Eltern
  • du kannst den Steuerfreibetrag des Kindes nutzen
  • Verwandte und Freunde können hier ebenfalls für das Kind einzahlen

Und welches Konto fürs Baby macht nun Sinn?

Ein echtes “Babykonto” gibt es nicht. Du kannst aber verschiedene Finanzprodukte als Konto für dein Baby nutzen. Darunter fallen folgende Kontenformen:

  1. Sparbuch fürs Baby/Kinder
    Macht nur bei bestimmten Angeboten Sinn, weil die Zinsen ähnlich im Keller sind, wie die von Tagesgeldkonten. 1 bis 2 Baby-Sparbücher gibt es aber, die halbwegs gute Zinsen & Verfügbarkeit bis zu bestimmten Beträgen bieten.
  2. Kinderkonten ab 0 Jahren
    Machen fürs Baby nur Sinn, wenn sie auch verzinst sind. Ansonsten eher was für ältere Kinder. Zumal die meisten Kinderkonten eh erst ab 7 Jahren eröffnet werden können.
  3. Tagesgeldkonto für Kinder
    Macht als „Sammelzentrale“ für Geldgeschenke und bis zu einem bestimmten Betrag Sinn, den man kurzfristig für Anschaffungen / Ausgaben zur Verfügung haben sollte.
  4. Festgeldkonto für Kinder
    Macht Sinn, wenn man Geld des Kindes super sicher für minimal höhere Zinsen und etwas mittelfristiger als beim Tagesgeldkonto anlegen möchte.
  5. Depot für Kinder
    Macht total Sinn, wenn man neben den sicheren und schnell verfügbaren Anlagen fürs Baby auch noch Aktien kaufen, ETF-Sparpläne oder einen Robo Advisor laufen lassen möchte, die langfristig mehr Rendite bringen und stärker zum Vermögensaufbau beitragen können als die Finanzprodukte 1 bis 4, aber auch risikobehafteter sind.

In Zeiten niedriger Zinsen und da dein Säugling vermutlich eh noch nicht versteht, was es mit diesem Konto auf sich hat, gibt es hierfür eigentlich nur zwei Regeln:

  1. Es macht immer das Konto oder die Kontenkombination am meisten Sinn, bei dem ihr die für euch beste Balance aus Verfügbarkeit & Vermehrung des Geldes findet.
  2. Geld auf dem Konto fürs Baby ist Geld fürs Kind. Je weniger ihr davon jetzt ausgeben müsst, umso mehr hat euer Kind beim Schritt in das „Erwachsenenalter“ davon. Ein Credo an das man sich auch bei jeder Ausgabe erinnern sollte.

Mein kinder.spartopf.plan für dein Kind

Babykonto und Spartopfplan

Ganz am Anfang gab es bei uns auch nur ein Konto. Das war das Tagesgeldkonto, das wir für unser Kind anlegten.

Die Kontonummer war schnell im Familien- und Freundeskreis verteilt und der Geschenkeüberfluss damit radikal reduziert. Dafür lag das Geld erstmal auf dem Tagesgeldkonto und wir konnten uns in Ruhe überlegen, wie wir das Geld verteilen und anlegen wollen.

Natürlich, krasse Zinsen sind auf einem Tagesgeldkonto aktuell (und seit ein paar Jahren) nicht zu erwarten. Mit Glück bekommst du irgendwo als Neukunde noch 0,6%. Aber selbst das liegt noch unter der Inflationsrate und am Ende des Jahres ist das Geld auf dem Konto effektiv etwas weniger Wert als am Anfang des Jahres. (Thema Realzins)

Geld verbrennen, ist Blödsinn. Also macht es ja nur Sinn, nicht allzu viel Geld auf diesem Tagesgeldkonto zu horten und den Überschuss auf andere Modelle zu verteilen.

Wer suchet, der findet und so fanden wir unter anderem das Startkonto der Berliner Sparkasse, dass die ersten 1.000 Euro mit 3% (woohooo!) verzinst – und das bis zum 12. Geburtstag.

Ein ähnliches Konto findest du bei der Hamburger Sparkasse. Dort sind es 2% Zinsen p.a. bis 500 Euro. Natürlich macht es bei beiden Konten nur Sinn, diesen maximal verzinsten Betrag auf den Konten liegen zu lassen und den Rest umzuschichten.

1. Das Tagesgeldkonto für kurzfristige Rücklagen

Das Tagesgeldkonto fürs Kind ist sozusagen unsere Sammelzentrale für Geldgeschenke, Verteilerzentrale auf andere Anlagemodelle und kurzfristige Rücklage fürs Baby zugleich.

Ich empfehle dir, hier nur einen Betrag liegen zu lassen, den man tatsächlich auch mal für kleinere bis mittlere Anschaffungen bzw. Ausgaben benötigt. Ob das nun der Schwimmkurs, das Fahrrad, der Kleiderschrank oder das Gartenspielhaus ist. Allzu viel sollte auf diesem Konto bei niedrigen Zinsen nicht unbedingt liegen.

Tagesgeld fürs Baby zusammengefasst:

  • schnell verfügbar
  • Verwandte und Freunde können Geldgeschenke überweisen
  • niedrige Zinsen
  • Steuerfreibetrag fürs Kind nutzbar

2. Verzinste Kinderkonten und Festgeld für mittelfristige Rücklagen

Neben kurzfristigen Rücklagen, solltet ihr auch einen bestimmten Betrag mittelfristiger Rücklagen haben. Hier kannst du mit einem Zeitrahmen von 1 bis 5 Jahren rechnen.

Da kann man gut grob abschätzen, welche Ausgaben da noch auf einen zukommen. Vielleicht eine Taufe, sehr wahrscheinlich das 1. Fahrrad, vielleicht ein Sport- oder Musikkurs. Oder ihr wollt für euer KonfettiKind einfach so einen Betrag X in 3 Jahren angespart haben, den ihr dann wiederum anderweitig anlegt. Alles möglich.

Für mittelfristige Rücklagen eignen sich entweder Kinderkonten mit Verzinsung, die man bereits ab Geburt eröffnen kann, als auch Festgeld für Kinder. (Einige davon findest du unten in der Tabelle)

Das aber nur mit dem Hinweis, dass die Zinsen für Festgeldkonten aktuell dermaßen im Keller sind, dass auch hier der Realzins unter Null liegt und man damit absolut nicht von tatsächlicher Vermehrung des Geldes sprechen kann.

Bei einem Festgeldkonto ginge es aktuell allein darum, einen Betrag X super sicher anzulegen, da diese Konten (wie auch die Tagesgeldkonten) einer EU-weiten Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro unterliegen. Mehr nicht.

Mit Glück und entsprechender Laufzeit bekommst du hier noch ein Festgeldkonto mit Zinsen von ca. 1,5% p.a. Das klingt und ist schon mal besser als die aktuelle Verzinsung von Geldern auf Tagesgeldkonten. Aber auch hier rutscht der Realzins schnell mal unter Null.

Da es aber in Summe auf einem Festgeldkonto weniger zu verlieren gibt als bei der Geldanlage in Aktien, ist es natürlich sinnvoll einen bestimmten Betrag für mittelfristige Rücklagen auf beiden Kontenformen anzulegen.

  • Betrag X auf dem verzinsten Kinderkonto (wenn Verzinsung min. 1,5% p.a. bzw. höher als beim Festgeld)
  • Betrag Y auf einem Festgeldkonto für Kinder 1-5 Jahre

Festgeld und verzinste Kinderkonten zusammengefasst:

Festgeld

  • Festgeld: nicht verfügbar bis zum Laufzeitende
  • etwas bessere Zinsen als beim Tagesgeld
  • Steuerfreibetrag fürs Kind nutzbar

Verzinstes Kinderkonto

  • schnell verfügbar
  • Zinsen je nach Konto besser als beim Tagesgeld
  • Zinsen gibt es meist nur auf Maximalbeträge
  • Beträge, die darüber hinaus gehen, sollten anderweitig angelegt werden
  • Verwandte und Freunde können Geldgeschenke überweisen
  • niedrige Zinsen
  • Steuerfreibetrag fürs Kind nutzbar

3. Sparpläne & Anlagen: ETF-Sparplan, Aktien und Robo Advisor für langfristige Rücklagen

Für nahezu alles was wir mit Ausblick auf das 18. Lebensjahr unseres Kindes zurücklegen, nutzen wir unterschiedliche Depots für Kinder.

Darin enthalten sind diverse Aktien, ETF-Sparpläne und ein Robo Advisor mit Kinderdepot.

Generell gilt für alle langfristigen Rücklagen: Nicht anfassen! Am besten auch nicht angucken – vor allem nicht in Krisenzeiten 😉

Welche Produkte da ganz konkret geeignet sind, werde ich an anderer Stelle nochmal ausführlich beackern.

Sparpläne / ETF-Sparplan, Robo Advisor, Aktien zusammengefasst.

  • Eignen sich nur als langfristige Anlagen
  • Renditechancen können deutlich höher ausfallen
  • risikobehafteter, da an der Börse / am Index orientiert
  • Steuerfreibetrag fürs Kind nutzbar

So eröffnest du ein Konto fürs Baby

Wie genau so ein Konto für dein Konto für dein Baby eröffnet wird, ist von Bank zu Bank etwas unterschiedlich. Normalerweise durchläufst du online einen Antrags-Prozess und musst danach via Post- oder Video-Ident deine Identität nachweisen. Meist ist auch die Identität des Partners notwendig. Vorausgesetzt, du bist nicht alleinerziehend.

Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge – Freibetrag auch für Kinder

Jetzt noch schnell zum Freibetrag auf Kapitalerträge für Kinder. Nicht nur dir, sondern auch deinem Kind stehen Freibeträge auf Kapitalerträge zu. Das bedeutet: legst du für dein Kind Geld an und ergeben sich daraus Zinsen, Renditen oder Dividenden, dann müsste dein Kind darauf eigentlich auch die Abgeltungssteuer zahlen.

Die gesetzliche Grundlage hierfür ist der §44a des Einkommensteuergesetzes (EStG). Dieser sagt kurzum aus, dass keine Steuern (in diesem Fall die Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge) abgezogen werden darf, solange die Erträge die Höchstgrenze von 801 € pro Jahr nicht übersteigen. Diese Höchstgrenze nennt man auch Sparerpauschbetrag.

Die Kapitalerträge deines Kindes fallen auch darunter. Aber ebenso hat dein Kind Anspruch auf den Freibetrag von bis zu 801 € jährlich.

Kurz nach der Geburt deines Kindes wird dein Kind Post vom Finanzamt bekommen haben. Darin ein Brief mit der Mitteilung der Steuer-ID deines Kindes. Diese Steuer-ID deines Kindes brauchst du, um bei der Bank, bei der du ein verzinstes Konto oder ein Depot anlegst, einen Freistellungsauftrag anzulegen.

Mit diesem Auftrag erklärst du der Bank, dass Kapitalerträge (Zinsen, Dividenden, Renditen) bis zu einem von dir bestimmten Betrag (und maximal 801 €) nicht automatisch versteuert werden sollen. Andernfalls ziehen die Banken die Kapitalertragssteuer automatisiert ab und führen diese an das Finanzamt ab.

Den gesamten Freibetrag kannst du auf mehrere Banken aufteilen. Angenommen, du hast wie oben beschrieben 1 Tagesgeldkonto, 1 Festgeldkonto, 1 verzinstes Kinderkonto und 1 Depot für dein Kind. Dann kannst du beispielsweise bei jeder Bank einen Freistellungsauftrag in Höhe von 200 € hinterlegen. In Summe dürfen die Aufträge den Betrag von 801 € nicht überschreiten.

Sinn macht es natürlich, die Freistellungsaufträge so einzustellen, dass sie zum angelegten Geld und evtl. erwarteten Erträgen passen. Bei 1.000 € auf dem Tagesgeldkonto bei 0,60% p.a. genügt im Grunde auch ein Freistellungsauftrag von 10 €. Damit hättest du dann mehr Spielraum für den Freistellungsauftrag im Depot deines Kindes.

Mehr zum Thema erfährst du in meinem Artikel „Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge – das solltest du wissen„.

Du hast Fragen? Tipps? Oder andere Ideen? Dann immer her damit. Schreib mir deine Gedanken einfach in die Kommentare!

Was andere dazu schreiben

    • Hi Jessi,
      die PSD-Kinderkonten können durchaus auch attraktiv sein. Die habe ich auch in meinem Kinderkonten-Vergleich drin. Welches genau meinst du? Da gibt es ja mehrere.

      LG
      Jasmina

      Antworten

Schreibe einen Kommentar