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Geldanlagen für Kinder – welche lohnt sich wofür?

Welche Geldanlagen für Kinder sind denn gut geeignet, um ein finanzielles Fundament fürs Kind zu schaffen? Das fragen sich viele Eltern. Hier sehen wir uns an, welche Geldanlagen du selbst für dein Kind realisieren kannst – ganz ohne Vermittler oder Makler und zu möglichst niedrigen Kosten.

Geldanlagen für Kinder im Überblick

Damit ich dir bei der passenden Auswahl einer Geldanlage für dein Kind helfen kann, werfen wir zuerst einen Blick auf die gängigsten Möglichkeiten.

Das sind folgende:

Vielleicht fragst du dich jetzt, warum ich Sparprodukte wie Ausbildungsversicherungen, Policen oder Rentenversicherungen hier nicht explizit erwähne. Das hat den einfachen Grund, dass ich diese Anlagen im Vergleich zu den oben genannten nicht wirklich vorteilhaft finde. Warum das so ist, erfährst du im Laufe des Artikels.

Außerdem wirst du bei jeder Geldanlage fürs Kind zwei Möglichkeiten haben. Entweder du eröffnest das Konto auf den Namen eures Kindes. Oder du eröffnest es auf euren Namen als Eltern. Inwiefern sich die Geldanlage dann auf Steuern, BAföG und gesetzliche Krankenversicherung auswirken können, erfährst du im Abschnitt „Das ist bei allen Geldanlagen für Kinder zu beachten“.

In diesem Sinne, lass uns nun einen Blick auf die Möglichkeiten der Geldanlage für Kinder werfen.

Geldanlagen für Kinder

Tagesgeld & Sparkonto als Geldanlage für Kinder

Wenngleich sich Tagesgeldkonten und Sparkonten für Kinder zwar unterscheiden, möchte ich sie hier dennoch gemeinsam beleuchten. Nicht weil sie etwa „gleich“ sind, sondern weil sie im Endeffekt einen ähnlichen Nutzen haben. Das bedeutet konkret, bei beiden Varianten sind die Zinsen mittlerweile so niedrig, dass es eigentlich keinen Unterschied macht, ob du das gesparte Geld auf ein Tagesgeldkonto oder ein andere Sparkonto bzw. Sparbuch legst.

Allerdings unterscheiden sie sich die beiden Varianten stark in der praktischen Handhabung. Da empfinde ich das Tagesgeld deutlich im Vorteil. Das Tagesgeld lässt sich einfach online eröffnen und einsehen. Im Gegensatz dazu sind Sparbücher meist umständlich.

Etwas weiter unten findest du aktuelle Tagesgeldkonten, die du auf den Namen deines Kindes eröffnen kannst. Möchtest du das Tagesgeld lieber auf euren Namen als Eltern eröffnen, dann findest du » hier einen aktuellen Tagesgeldvergleich.

Festgeld als Geldanlage für Kinder

Das Festgeld als Geldanlage für Kinder zu nutzen kann Vorteile haben. Nämlich dann, wenn du einen größeren Betrag ( > 1.000 €) anlegen möchtest. Und zwar unter der Bedingung, dass dieses Geld absolut sicher ist und definitiv zu einem vorab vereinbarten Zinssatz verzinst wird.

Dementgegen steht, dass der angelegte Geldbetrag auch für einige Jahre fest gebunden ist und du nicht einfach so an das Geld heran kommst. Das heißt, vereinbarst du vorab eine Laufzeit von 3 Jahren, ist deine Geldanlage für dies Zeit auch in der Geldanlage gebunden. Dementsprechend kannst du aber auch etwas höhere Zinsen als beim Tagesgeld erwarten.

Hier findest du nun aktuelle Tagesgeldkonten und Festgeldkonten, die du auf den Namen deines Kindes eröffnen kannst. Wenn du das Festgeld lieber auf euren Namen als Eltern eröffnen möchtest, dann findest du » hier einen aktuellen Festgeldvergleich.

Depot als Geldanlage für Kinder

Bist du eher daran interessiert, das gesparte Geld für dein Kind an der Börse zu investieren, brauchst du ein Depot. Entweder ein Kinderdepot, das auf den Namen deines Kindes läuft. Oder ein Depot, das auf euren Namen als Eltern läuft, auf dem ihr aber Geld für euer Kind spart.

Allerdings solltest du auch hier wissen, das jede Variante unterschiedliche Vorteile und Nachteile in Sachen Steuern, BAföG und Übergang des Vermögens ab dem 18. Lebensjahr haben. Wie genau diese Unterschiede aussehen, erfährst du weiter unten im Abschnitt „Das ist bei allen Geldanlagen für Kinder zu beachten“.

Im nächsten Abschnitt zeige ich dir einige empfehlenswerte Depots, die du im Namen deines Kindes eröffnen kannst. » Hier kommst du zum aktuellen Depotvergleich für Eltern.

Robo Advisor als Geldanlage für Kinder

Ein Robo Advisor ist im Grunde ein Depot. Hier wird Geld in Wertpapiere angelegt. Allerdings gibt es hier einen entscheidenden Unterschied in der Art und Weise der Geldanlage. Denn der Robo Advisor ist eine Art Depot plus Algorithmus. Und der Algorithmus ist so clever, dass er anhand deines Risikoprofils automatisiert monatlich oder einmalig Geld in verschiedene Wertpapiere (meist ETFs) anlegt.

Das Risikoprofil liest der Robo Advisor natürlich nicht aus einer Glaskugel. Dazu wirst du vorher befragt. Du entscheidest also selbst, welches Risiko eingegangen werden soll. Konkret bedeutet das, welcher Anteil der Geldanlage in Aktien, Anleihen oder andere Wertpapiere fließen soll.

Im Vergleich unten zeige ich dir einige empfehlenswerte Robo Advisor Angebote für Kinder. » Hier kommst du zum aktuellen Robo Advisor Vergleich für Eltern.

ETF-Sparpläne als Geldanlage für Kinder

Immer beliebter im Zusammenhang mit der Geldanlage für Kinder, werden ETF-Sparpläne. Sie sind einfach zu handhaben, ermöglichen die Teilnahme an der Börse, aber ebenso auch eine breite Streuung. Und über Zeiträume von über 10 Jahren betrachtet, entwickeln sich etablierte ETFs meist im konstanten Durchschnitt um ca. 7% pro Jahr.

Ehe du aber einen ETF-Sparplan einrichten kannst, benötigst du ein Depot oder einen Robo Advisor. Nutzt du ein normales Depot, musst du den ETF selbst aussuchen. Bei den meisten Depots gibt es mittlerweile auch eine Sparplanfunktion. Dabei wird der Sparplan monatlich automatisch ausgeführt und von deinem Girokonto oder Verrechnungskonto eingezogen.

Möchtest du einen Robo Advisor nutzen, wählst du ein Risikoprofil beim Robo Advisor deiner Wahl aus. Anschließend legst du fest, welche Summe monatlich angelegt werden soll. Der Rest läuft dann ebenso automatisch.

Geldanlage für Kinder in 3 Schritten erledigen

Um dir den Anfang in Sachen Geldanlage für Kinder zu erleichtern, habe ich einen einfachen Plan entwickelt, den du hier kostenlos herunterladen kannst.

» Zum kostenlosen kinder.spartopf.plan

Mit meinem kinder.spartopf.plan kannst du anhand einer Vorlage ganz einfach euren eigenen Plan für die Geldanlage eures Kindes entwickeln. Er hilft dir, finanzielle Ziele zu setzen, die Kinderfinanzen zu strukturieren und clever auf mehrere Töpfe aufzuteilen.

Weitere Geldanlagen für Kinder

Klar, es gibt natürlich noch einige weitere Geldanlagen für Kinder. Oder Geldanlagen, die mit Versicherungen kombiniert werden. Dabei musst du dir jedoch immer die Frage stellen, ob die (meist relativ) hohen Kosten für solche Produkte in einem gesunden Verhältnis zur erwarteten Rendite stehen. Es nützt ja nichts, ein teures Spar- und Versicherungsprodukt zu kaufen, wenn die Rendite gerade reicht, um die Kosten zu decken.

Für Kinder werden schon seit Jahren immer wieder neue Sparprodukte kreiert. Nachfolgend zeige ich einige dieser Produkte mit ihren Stärken und Schwächen.

Kinderpolicen, Ausbildungsversicherungen & Co.

Wenn man den Begriff Ausbildungsversicherung hört, denkt man erst an eine Versicherung der Ausbildung des Kindes. Aber dem ist nicht so. Eine Ausbildungsversicherung ist eine Kombination aus Kapitallebensversicherung und Risikolebensversicherung.

Es geht dabei also darum, die finanziellen Folgen durch den Tod der Eltern abzusichern und gleichzeitig mit der Kapitallebensversicherung Vermögen zu bilden.

Das Ganze nennt sich dann Ausbildungsversicherung, weil sich das Ende der Versicherung am Beginn der Ausbildung oder des Studiums des Kindes orientiert.

Viele unabhängige Versicherungsexperten raten von solchen Ausbildungsversicherungen ab, da es deutlich attraktivere Geldanlagen für Kinder gibt.

Generell solltest du dir also bei solchen Policen und Versicherungskombinationen sehr genau anschauen, mit welchen Kosten diese verbunden sind und ob dies einer Geldanlage fürs Kind nützlich sein kann.

Bausparverträge

Früher, ja früher, da waren Bausparverträge mal wirklich attraktiv. Als Geldanlage sind sie heute nicht mehr wirklich geeignet. Nicht zuletzt, da die Zinsen ähnlich niedrig sind wie bei Tagesgeld und Sparbuch. Außerdem sind Bausparverträge mit Kosten, die zusätzlich an der Rendite nagen.

Halten wir also fest: als Geldanlage für Kinder oder Enkelkinder macht so ein Vertrag keinen Sinn mehr.

Und wer vielleicht denkt: “Aber vielleicht wollen die Kinder später mal ein Haus bauen und können mit dem Bausparvertrag ein günstiges Darlehen bekommen.” Dem sei gesagt, dass die Bausparkassen seit einigen Jahren Bausparverträge reihenweise kündigen. Die alte Taktik “liegen lassen und irgendwann abrufen” ist heute also keine wirkliche Taktik mehr.

Mehr zum Thema Bausparvertrag findest du hier bei der Verbraucherzentrale.

Rentenversicherungen

Auch Rentenversicherungen oder sogenannte Generationenpolicen werden sehr gern an Eltern verkauft. Das Problem an solchen Rentenversicherungen ist aber, dass sie im Vergleich schlichtweg zu teuer sind.

Gern verkauft werden sie vor allem, weil die Vermittlungsprovisionen sich über die Zeit aus der Summe der Einzahlungen ergibt. Das bedeutet also, je länger die Laufzeit ist, umso höher ist auch die Provision für den Vermittler dieser Rentenversicherung. Das wiederum bedeutet, dass vor allem in den ersten Jahren weniger Geld tatsächlich für das Kind angelegt wird.

Das steht, kritisch gesehen, im Widerspruch zu einem cleveren Vermögensaufbau. Ein weiteres Problem ist, dass das Kind später mit so einer Versicherung nicht mehr selbst entscheiden kann, wie es das Vermögen weiterhin nutzt und mit welchem Risiko das Geld weiterhin angelegt wird.

Das ist bei allen Geldanlagen für Kinder zu beachten

Ich hatte ja schon mehrfach erwähnt, dass alle Geldanlagen entweder im Namen des Kindes oder im Namen der Eltern eröffnet werden können. Kommen wir nun zu den Details.

Die Frage solltet ihr gut durchdenken. Möglich sind auch Misch-Varianten. Damit kann man bspw. Geldanlage X im Namen des Kindes eröffnen. Das Vermögen geht dann zum 18. Geburtstag auf das Kind über. Folglich hat das Kind mit Erreichen der Volljährigkeit Zugriff darauf. Geldanlage Y kann demnach auf den Namen der Eltern laufen und wird bspw. erst später an das Kind geschenkt. Beide Varianten haben Vorteile und Nachteile, die ich hier in einer Übersicht zusammengestellt habe.

Eröffnung des Depots/Kontos im Namen des Kindes

Vorteile

✅ das Kind kann den eigenen Sparerpauschbetrag in Höhe von 801 € / Jahr nutzen

Nachteile

❌ bei Vermögen über 8.200 € gibt es kein BAföG (Stand: 2021)

Hinweise

➡️ zur Eröffnung ist meist die Zustimmung beider Erziehungsberechtigten notwendig

➡️ mit dem 18. Lebensjahr hat das Kind Zugriff auf das Vermögen

Eröffnung des Depots/Kontos im Namen der Eltern

Vorteile

✅ flexible Eröffnung ohne Zustimmung Dritter

Nachteile

❌ Kapitalerträge müssen über den eigenen Namen versteuert werden (Sparerpauschbetrag nutzen)

Hinweise

➡️ das Geld kann zu einem beliebigen Zeitpunkt an das Kind verschenkt werden (siehe §7 ErbStG)

Steuern und Sparerpauschbetrag

Eröffnet ihr die Geldanlage auf den Namen eures Kindes, ergibt das einen steuerlichen Vorteil für euch als Eltern. Denn ihr müsst bei Gewinnen aus Kapitalerträgen (Zinsen, Dividenden, Rendite) nicht euren eigenen Steuerpauschbetrag nutzen.

Auch eurem Kind steht ein jährlicher Steuerpauschbetrag von 801 Euro jährlich zu. Das ist ein Vorteil. Denn so ergibt das einen gesamten Steuerpauschbetrag pro Jahr für eine dreiköpfige Familie von 3 * 801 € = 2.403 €.

Für gewöhnlich ist das zwar nicht notwendig, sollten die Gewinne aus Kapitalerträgen eures Kindes über dem Sparerpauschbetrag liegen, könntet ihr zusätzlich eine Nichtveranlagungsbescheinigung für euer Kind beim Finanzamt einreichen.

Diese bewirkt, dass euer Kind den sogenannten Grundfreibetrag nutzen kann. 2021 liegt dieser Grundfreibetrag bei 9.744 Euro jährlich. Das heißt, dass euer Kind erst dann besteuert wird, wenn die jährlichen Einnahmen den Betrag von 10.581 Euro überschreiten (9.744 € + 801 € + 36 € Sonderausgabenpauschbetrag = 10.581 €).

BAföG

Zusätzlich zu steuerlichen Angelegenheiten, solltet ihr die Möglichkeit beachten, dass euer Kind vielleicht irgendwann BAföG beanspruchen möchte.

Das BAföG bemisst sich anhand verschiedener Kriterien. Ein Kriterium ist das Vermögen eures Kindes. Aktuell gilt für das Wintersemester 2020/2021, dass Kinder mit einem Vermögen von über 8.200 € keinen Anspruch auf Förderung durch das BAföG haben.

Demzufolge müsste euer Kind das Vermögen erst aufbrauchen, um schließlich BAföG beantragen zu können.

Somit ist es einen Gedanken wert, das Vermögen des Kindes nicht über diesen Betrag anwachsen zu lassen und die Geldanlagen fürs Kind teils auch über den Namen der Eltern laufen zu lassen. Die Beträge können dann beispielsweise nach der Ausbildung oder dem Studium an das Kind übertragen / geschenkt werden.

Eltern sehr junger Kinder sollten jetzt aber nicht in Panik ausbrechen. Einerseits werden die Vermögensbeträge beim BAföG fast jährlich erhöht. Andererseits kann es aber auch sein, dass es noch zu gesetzlichen Änderungen kommt bis euer Kind so alt ist, dass es evtl. BAföG beantragen möchte.

Gesetzliche Krankenversicherung

Ist euer Kind bei einem Elternteil beitragsfrei in einer gesetzlichen Krankenversicherung versichert, solltet ihr noch weiteres beachten.

Die Beitragsfreiheit gilt nämlich nur solange euer Kind pro Jahr nicht mehr als 5.640 € verdient. Ab diesem Betrag muss es sich selbst versichern und dafür auch Beiträge zahlen. Klar, bis ein Kind so viel Geld aus Kapitalerträgen verdient, muss die Geldanlage schon enorm hoch sein. Dennoch sollte das nicht unerwähnt bleiben.

Zusätzlich zu diesem Betrag von 5.640 € könnt ihr noch den Sparerpauschbetrag von 801 € addieren. Damit ergibt sich eine maximale jährliche Summe von 6.441 € bzw. monatlichen Einnahmen 536,75 €. (Gilt für 2021)

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