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Steuer 2020 – Steuererklärung, Elster, Corona, Homeoffice & Co.

Die Steuer 2020 steht an. Im Zuge der Corona Pandemie hat sich nicht nur unser Alltag und Leben verändert. Auch bei der Steuererklärung 2020 gibt es aufgrund der Pandemie ein paar Dinge zu beachten. Etwa die Sache mit dem Homeoffice und dessen Ausstattung, Kurzarbeit oder Kinderbonus. Worauf ihr als Familie in diesem Steuerjahr besonders achten solltet, zeigt dir dieser Artikel.

Wozu eigentlich eine Steuererklärung abgeben?

Der durchschnittliche Arbeitnehmer kann sich laut Statistischem Bundesamt jährlich ca. 1.000 Euro Steuern vom Staat erstatten lassen. Eine ganze Menge Geld.

Sofern du nicht eh verpflichtet bist, eine Steuererklärung abzugeben, ist eine Steuererklärung immer zu empfehlen, sobald die Einkünfte verhältnismäßig gering sind oder in einem Jahr besonders hohe Ausgaben angefallen sind, die in der Steuererklärung untergebracht werden können.

Wie hoch deine persönliche Erstattung oder Nachzahlung ist, hängt von einigen Faktoren ab. Ganz grundlegend geht es darum, wieviele Steuern du im Laufe des Jahres bereits gezahlt hast und welche Ausgaben du dagegen rechnen kannst. Man nennt das „Steuerlast mindern“.

Bei der Abrechnung durch deinen Arbeitgeber werden bereits automatisiert der Grundfreibetrag in Höhe von 9.408 Euro (für 2020) berücksichtigt. Andere Pauschbeträge musst du aber in der Steuererklärung geltend machen.

Muss ich oder kann ich eine Steuererklärung abgeben?

Dazu verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben sind Gewerbetreibende, Selbständige und Landwirte. Die Pflichtveranlagung greift immer dann, wenn der Staat davon ausgeht, dass ihm noch Steuern zustehen könnten. Das ist bei den drei Gruppen möglicherweise der Fall, wenn die Umsätze / Gewinne doch höher liegen als in der Berechnung zur Vorauszahlung angenommen.

Arbeitnehmer können eine Steuererklärung abgeben. Grundsätzlich wird die Einkommensteuer bei der Berechnung des Nettogehalts durch den Arbeitgeber abgezogen und abgeführt. Dennoch lohnt sich eine Steuererklärung häufig. NIcht zuletzt, weil man als Arbeitgeber Werbepauschalen, Fahrten zur Arbeit und einige andere Ausgaben geltend machen kann. Dann kann sich herausstellen, dass deine Steuerzahlungen zu hoch waren und du Geld zurück bekommst.

Freiwillige Steuererklärung – kein Geld verschenken!

Seit ein paar Jahren wurden ein paar Aspekte der Steuererklärung vereinfacht. Außerdem können mittlerweile für unterschiedliche Bereiche diverse Pauschalen angesetzt werden, die es sehr häufig ermöglichen, sich sogar ziemlich einfach zu viel gezahlte Steuern über die Steuererklärung zurück zu holen.

Um schnell zu prüfen, ob es für dich möglich ist, zu viel gezahlte Steuern erstattet zu bekommen, nutze einfach eine Steuersoftware (siehe unten). Diese Programme müssen mittlerweile nicht mal mehr installiert werden und errechnen dir relativ flott, ob dir noch eine Steuererstattung zusteht.

Steuer 2020 – Abgabe, Termine und Fristen

Bist du verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben, gilt für dich die gesetzliche Abgabefrist, die in diesem Jahr am 2. August 2021 endet. Diese Frist gilt, sofern du deine Steuererklärung selbst bzw. mit einem Steuerhilfeprogramm erstellst.

Lässt du deine Steuererklärung von einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein erstellen, dann endet diese Frist erst am 28. Februar 2022.

Du könntest aber auch selbst eine sogenannte Fristverlängerung bei deinem Finanzamt beantragen. Die Fristverlängerung sollte natürlich gut begründet sein. Längere Krankheitsphasen, besondere Ereignisse wie Umzüge oder auch das Fehlen von Belegen können dafür ein Grund sein. Es besteht jedoch kein Anspruch auf eine Fristverlängerung. Das ist immer Kulanz und Ermessenssache deines Finanzamts.

Tritt der Fall ein und du gibst deine Steuererklärung ohne Fristverlängerung zu spät ab, dann wird sehr wahrscheinlich ein Verspätungszuschlag fällig. Dieser Zuschlag bemisst sich an deiner zu zahlenden Steuer und beträgt 0,25%, jedoch mindestens 25 Euro für jeden Monat der Versäumnis.

Wichtig: Das betrifft jedoch nur Fälle, in denen eine Steuererklärung pflichtmäßig abgegeben werden muss. Wenn du deine Steuererklärung freiwillig abgibst, kannst du dir sogar 4 Jahre Zeit lassen. Es ist also bei freiwilligen Erklärungen für das Jahr 2020 noch locker möglich, die Erklärung im Jahr 2024 abzugeben.

Wo gebe ich die Steuererklärung ab?

Wenn du nicht weißt, bei welchem Finanzamt du deine Steuererklärung überhaupt abgeben sollst, dann findest du das hier beim Bundeszentralamt für Steuern heraus. Öffne die Seite, gib deine Postleitzahl oder Adresse ein und schon wird dir das zuständige Finanzamt angezeigt.

Mit dem Steuermodernisierungsgesetz ist es seit 2017 auch möglich, elektronische Steuererklärungen abzugeben. Entweder über das Elsterportal oder (etwas einfacher) über eine Steuersoftware.

Du kannst deine Steuererklärung also einerseits auf Papier machen und bei deinem Finanzamt abgeben oder diese elektronisch übermitteln.

Für Selbständige und Gewerbetreibende gilt hingegen seit 20188, dass alle unternehmerischen Steuererklärungen in jedem Fall elektronisch über Elster erfolgen müssen. Voraussetzung hierfür ist das sogenannte Elster-Zertifikat, das man online beantragt und innerhalb weniger Tage auf dem Postweg erhält.

Steuererklärung 2020 selbst erstellen

Kommen wir zur Frage: Wie erstelle ich denn nun meine Steuererklärung für das Jahr 2020? Im Grunde hast du nun 2 Optionen: Du erstellst die Steuererklärung selbst oder du holst dir Hilfe bei Steuerberater:innen oder einem Lohnsteuerhilfeverein. Möchtest du die Steuererklärung selbst erstellen, kannst du wählen, ob du die Erklärung auf Papier abgibst oder sie über das Elster-Portal oder eine Steuersoftware erstellst.

Steuer 2020 selber machen mit einer Steuersoftware

Für mein Empfinden die einfachste Variante, die Steuererklärung selbst zu machen, ist die Verwendung einer Steuersoftware.

Diese Programme sind einerseits super praktisch, weil sie die richtigen Daten gleich in die richtigen Steuerformulare setzen. Außerdem geben die Programme an den passenden Stellen zusätzliche Tipps, um Steuern zu sparen. Manche führen dich sogar durch eine Art Interview und prüfen somit bspw. ob du bestimmte Pauschalen ansetzen kannst oder es Aspekte in deinem Leben gibt, die du zusätzlich in der Steuer geltend machen kannst.

Die Kosten für jene Steuersoftware liegen im Schnitt zwischen 10 und 50 Euro. Darunter gibt es Software, die du auf deinem Rechner installieren musst, manche sind browserbasierte Cloud-Lösungen, aber auch Steuer-Apps setzen sich allmählich durch. Damit kannst du deine Steuer bequem am Smartphone erledigen.

Ganz wichtig: Achte aber bei allen Lösungen darauf, dass du die aktuellste Version nutzt, sofern du das auswählen kannst. Es gibt leider immer wieder einige steuerrechtliche Änderungen, weswegen es nicht möglich ist, mit einem Steuerprogramm von 2017 eine korrekte Steuererklärung für 2020 zu erstellen.

Hast du deine Steuererklärung mit einer Software oder App erstellt, kannst du sie am Ende entweder ausdrucken und an das Finanzamt schicken oder sie über die Elster-Schnittstelle digital an dein Finanzamt übermitteln.

Seit 2017 ist es auch nicht mehr notwendig, Belege an das Finanzamt zu senden. Jedoch hast du die Pflicht, die Belege mindestens ein Jahr bis nach Erhalt deines Steuerbescheides aufzubewahren. Wenn dein Finanzamt also doch noch Einblick in die Belege erhalten möchte, musst du das in diesem Zeitrahmen ermöglichen.

Steuerberatung für die Steuer 2020 – wann ist sie nötig?

Klar, trotz aller Vorteile, die so eine Steuersoftware bietet, kann herausfordernd sein, die Steuererklärung selbst zu erstellen. Dann kann man sich an einen Lohnsteuerhilfeverein oder einen Steuerberater wenden.

Wann zum Lohnsteuerhilfeverein?

Lohnsteuerhilfevereine widmen sich den Steuererklärungen von Angestellten, Beamten, Azubis und Studenten, Rentnern, als auch Unterhaltsempfängern. Im Grunde arbeiten jene Lohnsteuerhilfevereine ähnlich wie ein Steuerberater. Sie können dich bei der Auswahl der Steuerklasse beraten, unterstützen dich beim Kindergeld, bei Rententhemen und Riesterförderung, sie übernehmen den Schriftverkehr mit dem Finanzamt usw..

Im Gegenzug musst du für die Arbeit des Lohnsteuerhilfevereins auch Mitglied in jenem Verein sein und einen Mitgliedsbeitrag zahlen. Dieser liegt jährlich im Schnitt bei 150 Euro.

Bist du nicht angestellt bzw. kein Arbeitnehmer, sondern zählst vielmehr zu den Selbständigen und Gewerbetreibenenden, dann kannst du die Leistungen eines Lohnsteuerhilfevereins leider nicht in Anspruch nehmen. Hier hilft dir dann ein:e Steuerberater:in. Gleiches gilt für Personen, die Miet- oder Kapitaleinnahmen von mehr als 18.000 Euro jährlich haben. Bei zusammenveranlagten Paaren liegt diese Grenze bei 36.000 Euro jährlich

Wichtige Infos für Eltern

Habt ihr Kinder, ist in jeder Steuererklärung die sogenannte “Anlage Kind” für jedes Kind auszufüllen. Was muss dort rein? Einerseits trägst du hier die Höhe des Kindergeldanspruchs ein. Für 2020 sind das für das erste und zweite Kind 204 Euro monatlich bzw. 2.448 Euro jährlich. Ab dem dritten Kind gab es 2020 210 Euro monatlich und ab dem vierten Kind 235 Euro monatlich. Wie die aktuellen Sätze sind, kannst du hier bei der Arbeitsagentur nachlesen.

Hinzu kommen für 2020 der erste Corona-Kinderbonus in Höhe von 300 Euro pro Kind. Auch diesen musst du in der Anlage angeben.

Auch die Kosten für die Kinderbetreuung (Kita, Hort, Tagesmutter etc.) kannst du in der Anlage Kind eintragen. Diese Kosten kannst du als Sonderausgaben bis zu zwei Drittel der Kinderbetreuungskosten bzw. maximal 4.000 Euro jährlich und pro Kind geltend machen.

Steuer 2020 & Homeoffice

Ob du nun im Jahr 2020 hauptsächlich aus dem Homeoffice gearbeitet hast oder in Kurzarbeit warst, solltest du dennoch eine Steuererklärung machen bzw. prüfen, ob du davon profitieren kannst, wenn du die Steuererklärung freiwillig abgeben kannst (siehe oben).

Die bisherigen Regelungen zum Arbeitszimmer bzw. Homeoffice waren relativ streng. Mit der Corona-Pandemie hat sich das ein wenig geändert. Nun gibt es eine Homeoffice-Pauschale. Du kannst damit für jeden Homeoffice-Tag eine Pauschale von 5 Euro ansetzen. Jedoch nur maximal für 120 Homeoffice-Arbeitstage im Jahr 2020. Das ergibt eine maximale Summe von 600 Euro.

Hast du einige Zeit im Homeoffice verbracht, achte zudem darauf, deine Pendlerpauschale korrekt zu berechnen. Warst du häufiger im Homeoffice, wird deine Pendlerpauschale wahrscheinlich geringer ausfallen als 2019. Der Wert, den du hier ansetzen kannst, beträgt 30 Cent pro Kilometer für den Arbeitsweg. Dabei ist es egal, ob du diesen Weg läufst, mit dem Auto fährst oder mit dem Fahrrad.

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