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Elterngeld 2021

Diese Neuerungen bringt die Elterngeld Reform 2021

Elterngeld – wer die Anträge schon mal ausgefüllt und eingereicht hat, weiß, wie kompliziert das sein konnte. Was mir vom Elterngeldantrag in Erinnerung blieb? Ziemlich viel Papierkram, der teils nur wenig konkret formuliert war.

Mit der Eltergeldreform 2021, die seit dem 01.09.2021 in Kraft trat, soll sich das nun ein Stück geändert haben. Wir schauen uns hier genauer an, was die Reform des Elterngeldes so alles ändert und welchen Einfluß das auf deine Situation haben kann.

Das neue Elterngeld 2021

Seit September 2021 sind sie in Kraft getreten: Die neuen Regelungen für das Elterngeld. Flexibler, partnerschaftlicher und weniger bürokratisch soll es sein. Schauen wir uns das mal an. Was ist denn überhaupt neu an diesem Elterngeld 2021?

Die Neuerungen im Überblick:

  • Die zulässige Arbeitszeit von Eltern, die während des Elterngeldbezugs in Teilzeit arbeiten, wurde von 30 auf 32 Stunden pro Woche erhöht.
  • Der Partnerschaftsbonus kann nun auch mit einer wöchentlichen Arbeitszeit zwischen 24 und 32 Stunden bezogen werden.
  • Statt 4 Monate am Stück kann man den Partnerschaftsbonus nun in einem Zeitrahmen von 2 bis 4 Monaten beantragen – mit flexiblem Ausstieg.
  • Nachweise über Arbeitszeiten sind nur noch in Ausnahmefällen notwendig.
  • Eltern von frühgeborenen Kindern können bis zu 4 weitere Elterngeldmonate erhalten.
  • Eltern mit nur geringen selbständigen Nebeneinkünften können auf Antrag nun nur noch nicht-selbständiges Einkommen zur Berechnung heranziehen lassen.
  • Elterngeld erhalten nur noch Eltern mit einem maximalen Jahreseinkommen von 300.000€. Bei Alleinerziehenden bleibt es bei der Grenzen von 250.000€.

Mehr Teilzeitoptionen mit dem Elterngeld 2021

Die zeitlichen Möglichkeiten, um während des Bezuges von Elterngeld in Teilzeit zu arbeiten, wurden durch die Anhebung der zulässigen Wochenarbeitszeit von 30 auf 32 Stunden ausgeweitet. Arbeitest du bspw. 8 Stunden pro Tag, könntest du nun 4 volle Tage pro Woche in Teilzeit arbeiten.

Ähnlich ist es nun auch während des Bezuges des Partnerschaftsbonus. Hier wurde die parallele Teilzeitarbeit beider Eltern ausgeweitet von ursprünglichen 25 bis 30 Wochenstunden auf 24 bis 32 Wochenstunden. So ist es auch möglich, dass beide Eltern jeweils 3 volle Tage mit 8 Stunden Arbeitszeit (= 24 Wochenstunden) arbeiten gehen, was die Planung für einige Eltern erleichtern dürfte.

Partnerschaftsbonus wird flexibler

Zudem war es bislang so, dass beide Eltern den Partnerschaftsbonus nur bekamen, wenn sie ganze 4 Monate am Stück parallel in Teilzeit arbeiteten. Für viele Eltern war das so nicht umsetzbar, zudem sie diesen Zeitraum exakt mit den Arbeitgebern abstimmen mussten.

Nun ist es möglich, den Partnerschaftsbonus flexibel zwischen 2 und 4 Monaten zu beantragen. Außerdem ist der Ausstiegszeitpunkt damit flexibel wählbar mit einer Option auf kurzfristige Verlängerung. Ihr könnt also erst einmal den Partnerschaftsbonus für 4 Monate beantragen und bei Bedarf der Elterngeldstelle kurzfristig mitteilen, dass ihr die Zeit verkürzt. Oder ihr beantrag bspw. erst 2 Monate und verlängert diese Zeit später flexibel.

Übrigens: Kommt einer der Partner:innen doch nicht wie geplant auf die nötigen Arbeitsstunden oder muss sogar mehr arbeiten, braucht man nicht mehr um den kompletten Partnerschaftsbonus bangen. So war es nämlich bislang.

Der Bund möchte so weitere Möglichkeiten schaffen, dass partnerschaftliche Vereinbarkeitsmodelle von Eltern genutzt werden.

Für Alleinerziehende ist der Partnerschaftsbonus übrigens auch beantragbar!

Neues für Eltern in Teilzeit mit dem Elterngeld 2021

Angenommen, du arbeitest während des Elterngeldbezuges in Teilzeit und musst dann in Kurzarbeit gehen oder erkrankst längerfristig. Dann war es bislang so, dass deine Einkommensersatzleistungen (Kurzarbeitergeld und Krankengeld) auf das Elterngeld angerechnet wurden. Das Elterngeld hat sich damit reduziert.

Das ist nun nicht mehr so. Die Höhe des Elterngeldes verändert sich durch diese Einkommensersatzleistungen nicht mehr.

Außerdem müssen Nachweise über die Arbeitszeit nur noch in Ausnahmefällen erbracht werden. Das erspart eine ganze Menge Bürokratie und Nerven.

Mehr Elterngeldmonate für Eltern von frühgeborenen Kindern

Ich denke, wir sind uns alle einig, dass die Geburt eines Kindes bereits eine enorme Veränderung mit sich bringt. Für Eltern von frühgeborenen Kindern vielleicht auch noch ein Stück mehr. Je nachdem, wie früh das Kind zur Welt kommt, können Eltern bis zu 4 weitere Elterngeldmonate erhalten.

Die Änderungen sehen hierfür folgendes vor:

  • kommt das Kind min. 6 Wochen vor Geburtstermin zur Welt: 1 zusätzlicher Monat Basiselterngeld
  • kommt das Kind 6-8 Wochen vor Geburtstermin zur Welt: 2 zusätzliche Monate Basiselterngeld
  • kommt das Kind 8-12 Wochen vor Geburtstermin zur Welt: 3 zusätzliche Monate Basiselterngeld
  • kommt das Kind 12-16 Wochen vor Geburtstermin zur Welt: 4 zusätzliche Monate Basiselterngeld

Es ist zudem möglich, jene zusätzlichen Monate Basiselterngeld in ElterngeldPlus-Monate umzuwandeln und so länger (wenn auch monatlich weniger) Elterngeld zu beziehen.

Rechtliche Klarstellungen & weniger Bürokratie

Weiterhin hat man die Einkommensgrenzen für den Elterngeldbezug angepasst. Elterngeld erhalten nur noch Eltern mit einem maximalen Jahreseinkommen von 300.000 Euro. Bei Alleinerziehenden bleibt es bei der Grenzen von 250.000 Euro.

Außerdem gibt es Neuerungen für Eltern mit geringen selbständigen Nebeneinkünften. Auf Antrag kannst du erwirken, dass zur Berechnung deines Elterngeldes nur noch dein nicht-selbständiges Einkommen herangezogen wird. Unter „gering“ versteht man selbständige Nebeneinkünfte, die im Schnitt weniger als 35 Euro pro Monat betrugen.

Bislang galt an dieser Stelle pauschal, dass jene Person als „Selbständige:r“ betrachtet und so das Einkommen des Vorjahres herangezogen wurde statt des Einkommens der letzten 12 Kalendermonate vor Geburt des Kindes.

Wenn du mehr über das Elterngeld erfahren möchtest, dann schau mal hier beim Familienportal des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vorbei.

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